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HUND AM FAHRRAD

 
 
Unsere Frieda ein Hund mit ausgesprochen großen "Bewegungsbedarf". Jetzt - da Frieda nun ausgewachsen ist, war die Zeit heran, sie an das Laufen am Fahrrad zu gewöhnen...
 
 
Nachdem es mich vor einigen Jahren mal recht heftig "vom Rad geweht" hatte (ohne Hund - vielmehr das leidige Thema "Straßenbahnschienen"), gehe ich das Thema "Radfahren" insgesamt recht vorsichtig an. Ich gebe zu, dass ich vor der bekannten Variante "Hund rechts neben dem Fahrrad" - egal ob mit der Leine in der Hand am Lenker oder mittels "Führungseinrichtung" angeleint am Fahrrad - allerhand Respekt hatte. Und "Hund ohne Leine freilaufend" neben dem Fahrrad ist bei einem "jagdtriebigen" Hund keine bedenkenswerte Aktion...
Für den Lauf eines Hundes neben dem Fahrrad braucht es für den Hund ein Geschirr. Halsbänder sind für diese Aufgabe aufgrund der Verletzungsgefahr für den Hund definitiv ungeeignet. Die Wahl fiel zunächst auf ein in Deutschland ausschließlich über den Internetshop von Uwe Radant vertriebenes Geschirr des tschechischen Herstellers "zero DC", bei Uwe Radant vertrieben als "Safety"-Geschirr. Angeboten als Zuggeschirr, aber in letzter Konsequenz doch eher ein Führgeschirr, aber ein richtig gutes Führgeschirr. D.h. für den Lauf neben dem Rad richtig gut, als Zuggeschirr z.B. vor dem Dogscooter aber nicht ganz das Optimum.
 
Das "Safety"-Geschirr des tschechischen Herstellers "zero DC" - in Deutschland ausschließlich über den Internetshop von Uwe Radant vertrieben.
 
Für die Fahrradmitnahme per Auto wurde mein PKW-Anhänger hergerichtet - hier allerdings schon mal klar unter der Berücksichtigung der Erfordernisse, später anstelle eines Fahrrades einen Dogscooter bzw. ein Dog- bzw. ein Fahrradtrike mitnehmen zu können.
Für das Herrichten meines ganz normalen PKW-Anhängers gibt es HIER eine eigenständige Seite.
 
Zunächst galt es, eines unserer beiden Fahrräder für "das Mitführen eines Hundes" herzurichten, also mit einer Hundeführstange auszustatten. Bei unseren Rädern handelt es sich erstmal um ganz normale Tourenräder. Beides 28-er mit Schmalreifen. Also nicht unbedingt Fahrräder mit Supereignung, aber eben vorhanden... Und ich wollte auch nicht aus so einer "Mücke", wie sie die Mitnahme eines Hundes am Fahrrad darstellen soll und täglich tausendfach in Deutschland praktiziert wird, einen aufgeblähten "Elefanten" machen...
 
Das 28-er mit ziemlich großer Rahmenhöhe ist für den Zweck erstmal nicht das Nonplusultra, aber eben (weil nunmal vorhanden) erstmal gesetzt...
 
Anfangs: der Hund neben dem Fahrrad
 
Im Frühjahr 2013 habe ich mit Frieda, die zu diesem Zeitpunkt ca. 20 Monate war, die ersten Trainingsschritte in Richtung Fahrrad unternommen. Zunächst erstmal ganz einfaches Nebenherlaufen neben dem geschobenen Fahrrad. Worum es ging, hat Frieda ganz schnell verstanden, so dass es gleich am ersten Trainingstag zu einem kurzen Fahrversuch mit Leine in der Hand am Lenker auf einer nahezu unbefahrenen Privatstraße hinter unserem Grundstück kam.
Das Internet lieferte zum Thema "Führstange" viel Beiträge: allerdings nur wenig fundiertes Lob und dafür um so mehr Kritik. Geeignete Führstangen konnten im Internet erstmal kaum von den ungeeigneten und weniger geeigneten selektiert werden.
Eher zufällig fand sich während eines normalen Einkaufs in einem dort ansässigen Fahrradladen eine auf den ersten Blick recht gut geeignete "Führstange" zu einem recht attraktiven Preis. Gedacht zur Montage an mein Herrenrad. Zu Hause dann die Ernüchterung: an das Herrenrad erstmal gar nicht montierbar. Also ein entsprechender Versuch am Damenrad (an der Sattelstütze). Dort halbwegs passend, aber allein die Schrauben waren schon mal "baumärktliches Chinesenniveau" - also Montage nur mit entsprechenden männlichen Flüchen. Aber gut - irgendwann war's geschafft und das Training mit Frieda konnte beginnen.
Die Verbinung "Fahrrad - Hund" erfolgt aus einem an der Sattelstütze montierten Alu-Rohrwinkel und einer im Rohr befestigten Gummistrippe mit Karabiner zum Einhängen "in den Hund".
Aufgrund der neuen Position am Fahrrad erfolgte noch einmal ein kurzes Training mit dem geschobenen Rad. Und weil alles recht reibungslos klappte, Folgten auch gleich unmittelbar anschließend einige erste richtige Fahrversuche. Frieda hatte ganz schnell gelernt, um was es da geht. Meine ersten Fahrversuche mit ihr an der Seite waren ihr recht schnell zu langsam.
Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man am Anfang so bei 8...10km/h beginnen sollte. Daran habe ich mich erstmal gehalten. Für mich selber war es erstmal wichtig, ein Anfangstempo fahren zu können, wo sicheres Geradeausfahren kein Problem mehr darstellt... Und das erstmal verwendete Damenrad gestattete im Bedarfsfall einen recht schnellen Abstieg.
 
 
Was mir nicht so recht gefiel, war die Laufposition des Hundes am Fahrrad: Um den Hund kontrollieren zu können, muss man nach "rechts-hinten-unten" schauen - dauerhaft unter Kontrolle geht anders... Und da war einfach die Info nicht aus dem Kopf zu bekommen, dass der Hund körperlich und vor allem geistig viel besser ausgelastet wird, wenn er analog zu den Scootern vor dem Fahrrad läuft...
 
Die Wendung: der Hund VOR dem Fahrrad
 
Im Frühjahr 2013 wurde ich auf die Dogscooter und Dogtrikes aufmerksam. Ja - tolle Sache, aber der Anschaffungspreis ist auch nicht so ganz ohne...
Ich nahm mir vor, mal eine Probefahrt mit einem Scooter zu machen und ansonsten ging der Focus schon erstmal in Richtung des normalen Tourenrades... Frieda ist mit ihren knapp 20kg ja nun auch nicht so das große Muskelpaket, d.h. ich war mir anfangs auch nicht sicher, ob das mit dem Scooter (und erst recht mit dem Trike) für unseren Hund wirklich was wäre.
Auf der Website von Uwe Radant heißt es zum Bikejöring:
>>> Bike-Joering wird im aktiven Wettkampfsport nach den IFSS Regeln mit 1Hund betrieben. Dabei wird in 2 Alterklassen und mänlich und weiblich getrennt. Der vorweglaufende Hund ist mit einer elastisch gedämpften Leine mit dem Fahrrad oder dem Fahrer verbunden. Die Leine darf in gespanntem Zustand nicht länger wie 3m sein. <<<
Bisher war das „Fuß-Laufen“ für den Hund das Maß der Dinge, dazu ein bisschen neben dem Fahrrad und nun soll er plötzlich vor dem Fahrrad laufen…
Im verregneten Frühsommer führte ein Tierfachmarkt in unserer Nähe eine Informationsveranstaltung zum Thema "Zughundesport" durch. Die angekündigten Probemöglichkeiten mussten zwar dem Regenwetter geschuldet ausfallen, aber die beiden anwesenden Hundesportler aus dem Profibereich konnten mit einer umfassenden und kompetenten Beratung punkten. Parallel dazu wurde entsprechendes Material des norwegischen Herstellers "Non-stop dogwear" angeboten.
 
http://www.nonstopdogwear.de/
 
Das Non-stop dogwear-Zuggeschirr war bereits auf den ersten Blick deutlich aufwändiger als das schon recht gute Safaty-Geschirr von Uwe Radant und diesem hinsichtlich der körpergerechten Kraftausleitung vom Hund in die Zugleine auch überlegen ist - wesentlich ist, dass die Ankopplung der Zugleine an das Geschirr "hinter dem Hund" und nicht unmittelbar am Rückgrat mittels Stahlkarabiner und Ring am Geschirr erfolgt. Das Non-stop dogwear-Zuggeschirr ist ausschließlich ein Zuggeschirr und als Führgeschirr ungeeignet. Und beim Anlagen muss der Hund "mitarbeiten" - allerdings ist das Geschirr dann auch "ausbruchsicher".
 
Sowohl das Geschirr, als auch die gefederte Zugleine haben mich komplett überzeugt, so dass das Geburtstagsgeschenk für Frieda am nächsten Tag etwas üppiger ausfiel...
 
Das Geschirr ist 5-fach verstellbar - ich habe versucht. das hier auf dem Foto mit den farbigen Pfeilen deutlich zu machen...
 
Was mir vom ersten Augenblick an nicht gefiel, war die Art, wie die Zugleine am Fahrrad selbst befestigt werden sollte - durch einfaches Durchziehen der Leine durch die um den Steuerkopf geführten Handschlaufe. So ist der Hund, ohne ihn abzuleinen, nicht vom Fahrrad zu trennen und das geht schon mal gar nicht.
 
Und dann war da die noch fehlende Biker-Antenne - ein sinnreiche Einrichtung, die verhindert, dass die die entspannte Zugleine im Vorderrad verfangen und so einen Sturz herbeiführen kann. Solche Bikerantennen gibt es in den entsprechenden Internet-Shops für den Zughundesport für reichlich viele (unangemessen viele) Euros. Aber mit etwas technischen Sachverstand kann man eine solche Bikerantenne mit ganz wenig Material für wirklich ganz wenig Geld selbst bauen...
Der einzige Sinn der Biker-Antenne besteht im Fernhalten der Zugleine vom Vorderrad - kann aber eben sehr "lebenswichtig" sein...
Die professionellen Bikeantennen haben für mich einen grundlegende Fehler - Sie sind deutlich zu teuer. Denkanstöße oder bereits durchgeführte, im Internet präsentierte Eigenbauten haben mich nicht so richtig überzeugt. So habe ich versucht, eigene Ideen zu realisieren.
Dem habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet - und dorthin geht es HIER.
 
 
Da man in Deutschland zunehmend gerne amerikanisch denkt, komme ich wohl an einigen Bemerkungen zur „Gefährlichkeit“ des als „Bike-Joering“ bezeichneten " Hund vor'm Fahrrad" nicht vorbei. Beim "richtigen" Bikejoering mit sportlichem Hintergrund kann man mit sehr beachtenswerten Geschwindigkeiten unterwegs sein, aus denen sich nicht zu unterschätzende Sturzgefahren generieren.
1. Die Möglichkeiten des Hundehalters, auf den vor dem Fahrrad laufenden Hund sind im Wesentlichen auf verbale Kommandos und die Wirkung der Bremsen des Fahrrades beschränkt.
Natürlich ist ein funktionierender Grundgehorsam unbedingte Voraussetzung, einen Hund überhaupt am Fahrrad zu bewegen – egal, ob neben oder vor dem Fahrrad. Beim Hund, der vor dem Fahrrad läuft, kommt dazu, dass er die Befehle „rechts“ und „links“ lernen muss (keine leichte Sache – Fachleute behaupten, dass selbst Zweibeinerinnen damit ihre Schwierigkeiten haben können).
2. Wer mit einem Fahrrad unterwegs ist (egal ob ohne, mit seitlichem oder ziehenden Hund), sollte dies mit einem Helm tun.
3. So ein „Hund-Fahrrad-Gespann“ kann erhebliche Geschwindigkeiten erreichen. Das verlangt volle Konzentration – ohne Wenn und Aber. Ob diese Konzentration nach einem harten Arbeitstag noch aufgebracht werden kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
4. Sportler neigen nicht selten dazu, nicht nur an ihre Leistungsgrenze zu gehen, sondern möglichst darüber hinaus. Im Zughundesport hat der Mensch aber mit seinem Hund einen Partner dabei, für den er die Verantwortung trägt. Dieser Verantwortung sollte man sich ganz klar bewusst sein.
5. Der Hund ist kein Schwerarbeiter in großer Hitze. Bei hohen Temperaturen sollten Zuggeschirr und Zugseil tabu sein…
Ich hatte nie (und werde das auch aus rein gesundheitlichen Gründen nie haben) Ambitionen, mit Frieda wettkampfmäßig oder in schwierigem Gelände unterwegs zu sein. Das alles dient ausschließlich der körperlichen und geistigen Auslastung eines Hundes mit hohem Bewegungsdrang und ziemlich großer „Grundschnelligkeit“ und natürlich dem gemeinsamen Spaß.
Gesundheitliche Gründe sind es auch, die es geraten erscheinen lassen, dass unsere Frieda ausschließlich am Fahrrad vom Zweibeiner und nicht der Zweibeinerin laufen soll - zumindest vorerst.
 
Die ersten Versuche mit Frieda vor dem Fahrrad habe ich natürlich mit geschobenem Rad unternommen. Dass ein Fahrrad ein ganz normales „Zweibeinerdingens“ ist, vor dem Hund keine Angst zu haben braucht, hatte Frieda schon mit dem Laufen neben dem Fahrrad gelernt. So ging es also erstmal um das Gewöhnen an Zuggeschirr und Zugleine und natürlich darum, dass Hund nun plötzlich voraus laufen sollte, was bisher im " Fuß" ja völlig verpönt war. Anfangs hatte ich nur ganz wenig Erfolg – Frieda sah das Ganze als Spaziergang, bei dem man jederzeit stehen bleiben, an jedem zweiten Blättlein schnuppern und nach jedem dritten Meter irgendwas markieren konnte. Frieda war im Schritt nicht so recht dazu zu bewegen, die Leine durchweg auf Zug zu halten. Die Nummer mit dem geschobenen Rad war also nicht dazu angetan, Frieda mit den Grundprinzipien des Zughundesportes vertraut zu machen.
Also brauchte ich die Mitwirkung meiner Frau. Ich hatte Frieda vor meinem Tourenrad und meine Frau hat ihr Fahrrad vor Frieda geschoben.
 
Bereits vor den ersten Fahrversuchen sollte man sich über die Anforderungen an die erste Trainingsstrecke klar sein.
Da wären wichtig:
1. natürlich kein oder nur ganz wenig Verkehr,
2. eine übersichtliche Strecke mit möglichst wenigen Kurven und ausreichender Breite,
3. ein möglichst ebener Fahrbahnbelag für ein einfaches Handling des Fahrrades und
4. möglichst einen Wegesrand mit wenig „Interessenspotential“ für den Hund (Wildtiere, Katzen).
 
Sehr schnell haben wir dann in einem nahezu unbefahrenen Gewerbegebiet an einem Sonntag den ersten Fahrversuch unternommen. Meine Frau fuhr vornweg und auf mein Kommando „Lauf“ (diesen Befehl kennt Frieda von der Schleppleine und dem Freilauf, wenn ich Frieda aus dem „Fuß“ bzw. „Sitz“ heraus freigebe) setzte sich der Hund „wunschgemäß“ in Bewegung. Das Vorausfahren meiner Frau machte es Frieda (und auch mir) deutlich einfacher. Und immer dann, wenn Friedas Interesse am „Bilanzkreis Fahrrad“ zugunsten des „Bilanzkreises Straßenrand“ nachließ, ermahnte ich sie mit einem kernigen „Nein! – Lauf!“
Das Trainieren der „rechts- und links-Befehle“ darf nicht vergessen werden – aber eben ohne den Hund zu überfordern. Das haben wir einfach über mehrere Wochen in die ganz normalen Gassi-Gänge eingebaut... Das Laufen vor dem Fahrrad ist für den Hund eine ziemliche geistige Beanspruchung - er läuft vornweg und ist somit aus seiner Sicht der Führer, der Verantwortliche. Das ist etwas völlig Neues für ihn und etwas, was wir bisher nicht wollten und auch zukünftig – mit Ausnahme des Zughundesports – nicht wollen. Das muss er erstmal für sich „einsortieren“.
Bei unseren ersten Versuchen haben wir uns auf eine Fahrstrecke von vielleicht einem Kilometer beschränkt. Unsere Trainingsstrecke in dem Gewerbegebiet hat den Vorteil, dass es sich um eine Rundstrecke handelt, die mit Ausnahme von vielleicht 100m Radweg neben einer allerdings stark und von den meisten viel schneller als erlaubt befahrenen Ortsumgehungsstraße nahezu unbefahren - und bei Frieda ganz wichtig – nahezu katzenfrei ist (Katzen sind Friedas „Pöbelobjekt Nr. 1“ mit 100% „Pöbelgarantie“.
Mit zunehmender Trainingsdauer wurde die Suche nach einer neuen Trainingsstrecke notwendig, da es sich um eine Strecke mit 100% Asphalt- bzw. Betonpflasterdecke handelte. Längeres Laufen auf versiegelter Oberfläche ist alles andere als günstig für die Pfoten des Hundes. Und auch dem Kreislauf ist das – zumindest bei warmen Wetter – abträglich: Ich habe gelesen, dass Hunde auf Asphalt und ähnlichem Untergrund an den Fußballen nicht schwitzen können.
 
Die ersten Fahrversuche mit Frieda haben auch gezeigt, dass meine Bikeantennen-Eigenkonstruktion funktionell geeignet ist. Einige Details werde ich verbessern, aber insgesamt funktioniert es so. Aussagen bezüglich der „Dauerstandfestigkeit“ – insbesondere der „Kabelstrapse“ wird erst eine längere Verwendung liefern können…
 

Was dann kam war der anhaltend sehr warme Sommer 2013. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man bei Temperaturen über 22°C die Sache mit dem Bikejoering besser bleiben lassen sollte. Damals habe ich das nicht so richtig verstanden - schließlich bedeutet das, dass da im Hochsommer diesbezüglich fast nichts geht.. Aus heutiger Sicht gilt für mich: Hände weg vom Schleppgeschirr, wenn es wirklich warm draußen ist. Um sich darüber klar zu werden, muss man vielleicht erstmal erleben, mit welch körperlichen Einsatz ein Hund vor dem Fahrrad läuft.

Richtig ging es also erst mit dem Training weiter, als die Temperaturen im September dann deutlich niedriger wurden. Vor allem unser Nordsee-Urlaub kam dem intensiven Training sehr gelegen.
 
In diesem Umfeld haben wir während unseres Nordseeurlaubs intensiv trainiert...
 
 
Richtig gut bewährt hat sich, dass die Zweibeinerin mit dem Rad voraus fuhr. So konnte sich der Hund richtig gut orientieren und für mich war es ein guter Richtwert für die Geschwindigkeit. Und ganz wichtig: Es war jemand da, der Gefahrenstellen und schwierige Situationen im Verkehr vor dem Hund viel früher erkennen konnte, also ich 3m hinter dem Hund.
Die Schwierigkeiten erkennt man ohnehin erst dann, wenn man erstmals damit konfrontiert wird:
- Wie überholt man auf einem nicht allzu breitem Weg einen freilaufenden Hund?
- Wie begegnet man z.B. einem Pferd (mit Reiter)?
- Wie überholt man andere Radfahrer?
- Wie kommt man an einer Kuhkoppel vorbei?
Im Zweifelsfall gibt es auf alle diese Fragen nur eine Antwort: Runter vom Rad. Mit der Erfahrung steigt der Mut von ganz allein... Aber niemals darf aus Mut Übermut werden!!!
Das Bikejoering und eigentlich all die anderen Zughundesportarten verstärken aus meiner Sicht in starkem Maß das Vertrauen zwischen Zweibeiner und Hund. Beim Zughundesport muss sich der Zweibeiner in entscheidenden Situationen in ganz erheblichem Maß auf seinen Hund bzw. seine Hunde verlassen. Und während der Fahrt sind die Möglichkeiten, auf den Hund einzuwirken, schon ganz schön eingeschränkt...
 
Das Fahren mit "Hund voraus" erfordert volle Konzentration - insbesondere ständige Bremsbereitschaft. Bremsbereitschaft heißt wirklich "Anhalten auf minimal möglicher Strecke" - da kommt auch das Fahrrad schnell an seine technischen Grenzen. Beim Bikejoering werden die Bremsen in einem Maß eingesetzt, wie das beim normalen Fahrradfahren nie und nimmer vorkommt. Genau gemommen fährt man fast ständig mit leicht schleifenden Bremsen, solange der Zughund nicht die gewünschte Geschwindigkeit dauerhaft verinnerlicht hat.
Gute Bremsen sind also unbedingte Voraussetzung - richtig gut schaffen das nur Scheibenbremsen. Dazu Reifen, die die Bremskraft auch auf die Straße bekommen. Das von mir verwendete Tourenrad mit Schmalbereifung ist aus dieser Sicht eher nicht gut geeignet - ein gutes Montainbike schon eher.
Und ob letztendlich ein Damenrad besser als ein Herrenrad geeignet ist? Da ist aus meiner Sicht viel Gewohnheit dabei. Von Vorteil ist aber ganz klar, wenn das Rad nicht gerade die für den Zweibeiner maximal passende Rahmenhöhe hat...
 
Eine wichtige Frage ist die nach der Länge der Trainingsstrecke. Ich bin ingesamt von meiner Art her ein recht vorsichtiger Mensch und gehe mit der Leistungsfähigkeit anderer Menschen und natürlich auch meines Hundes eher defensiv um. Die Sache soll Spaß machen und den Hund geistig und körperlich etwas mehr auslasten und keinesfalls dessen Gesundheit auf's Spiel setzen.
Eine Trainingsstrecke von 10km Länge (im Flachland und nur im Flachland!) - vielleicht mit einer oder zwei Trinkpausen zwischendrinn - ist für unsere Frieda kein Problem. Bei längeren Strecken merkt man dann doch, dass die Konzentration beim Hund deutlich nachlässt.
 
Unser bevorzugtes Übungsgebiet während unseres Nordseeurlaubs war das Berendscher Heidegebiet...
 
Die folgenden Fotos zeigen unser Trainingsgelände während unseres 2013-er Jahresurlaubs bei Cuxhaven. Bessere Trainingsbedingungen kann man sich eigentlich nicht wünschen...
 
 
Mit dem "Bikejoering-light" haben wir offenbar genau das Richtige für uns gefunden - wir haben einen Heidenspaß dabei und Frieda wird richtig ausgelastet, körperlich und geistig. Bikejoering-ligth deshalb, weil wir nicht in schwererem Gelände bzw. auf unbefestigten Wegen fahren: insbesondere keine engen Waldwege mit engen Kurven und steilen Auf- und Abfahrten.
 
Für Frieda ist es offenbar wie ein 5-er im Lotto - sie scheint für den Zughundesport geboren zu sein.
 
Im Internet habe ich nicht selten in diversen Foren gelesen, dass Hunde das System "Zughund" einfach nicht begriffen haben.Schon nach wenigen Trainingskilometern hatte Frieda den Bogen raus. Dieser quirlige Hund brachte ganz schnell eine ganz hohe Konzentration auf...
 
Sie lernt viel schneller, als ich eigentlich die Anforderungen zu steigern bereit bin. So ein "Meilenstein" war die erstmalige Benutzung eines Radweges parallel zu einer schnell befahrenen Straße: Noch am Morgen hätte ich die Benutzung eines solchen Radweges als zu gefährlich abgewiesen. Da aber unterwegs alles sehr gut lief, wollte ich einen Versuch auf einem Teilstück des ca. 3,5km Radweges an der Straße entlang unternehmen. Letzendlich sind wir die gesamte Strecke gefahren, ohne dass ich nur ein einziges Mal den Anker für einen Nothalt werfen musste.
 
Allerdings: Ich tendiere ganz klar weg vom normalen Tourenrad und hin zu einem Dogscooter. Hintergrund ist einfach eine höhere Sicherheit - für Zwei- und Vierbeiner. Das schmalreifige Tourenrad kommt einfach mit der übertragbaren Bremskraft ganz schnell an seine Grenzen (selbst schon bei unserer recht leichtgewichtigen Frieda mit knapp 20kg Körpergewicht!) und auch die verfügbaren Seitenführungskräfte - insbesondere bei nicht ganz festem Untergrund - halten sich bei den Schmalreifen in engen Grenzen.
Diese Sportgeräte gibt es in unterschiedlichen Preisklassen - wie eigentlich bei aller Art von Konsumgut. Häufig ist die Ware zum Einstiegspreis kein Konsumgut, sondern Konsummüll. Und Luxusgut gibt es natürlich auch noch. Aber wo liegen hier die preislichen Grenzen zwischen Müll und Gut und Gut und Luxus? Genau diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da diese Sportgeräte fast ausschließlich im Internethandel vertrieben werden und Vergleiche nur sehr schwer möglich sind.
 
Im November 2013 war es dann soweit: Ich habe einen Dogscooter bestellt. Es handelt sich um einen Yedoo Mezeq 20/16 mit Scheibenbremse - kurz vor Winterbeginn zu einem richtig attraktiven Preis zu haben...
 
 
Auch ja - ich habe den Scooter nicht als Dogscooter, sondern als Cityscooter bestellt, quasi ohne "hündische Vorrüstung" - also ohne Zugleine (die war eh schon vorhanden) und ohne Bikeantenne. (Dass ich den Preis für die Bikeantennen für völlig überzogen halte, wissen Sie, lieber Leser, bereits...)
Also stand das Thema "Selbstbau einer Bikeantenne" nochmal auf der Tagesordnung und aus dem Versuchsbau für mein Tourenrad hatte ich ja auch einiges gelernt.
 
 
Für alle die Zughundsportinteressierten will ich mich deshalb über die Bikeantennen nochmal etwas "ausschweifender" äußern und spendiere dem Thema "Bikeantenne" ein eigenes Thema - und dorthin geht es HIER.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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©2011 Burkhardt Köhler