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LAZ1072 IN 1:120

 
 
MODELLBAU IN 1:120
PAAR ALGEMEINPLÄTZE ...
 
Eigentlich soll es hier nicht nur um den Bau von K-Zug-Fahrzeugen gehen, sondern um den Modellbau in 1:120 an sich... Deshalb habe ich die alte Seite mit den Basteltipps überarbeitet und nun hier angesiedelt.
 
Über den Umbau oder Selbstbau von Modellen ist in einschlägigen Zeitschriften schon viel mit mehr oder weniger Polemik berichtet worden. Nicht selten werden die erforderlichen Vorgänge und Fertigkeiten und auch der Werkzeuggrundbedarf in diesen Artikeln von einigen "Modellbau-Päpsten" mit zugegebenermaßen goldenen Händen recht aufgebauscht dargestellt. Auch mit vergleichsweise bescheidener Werkzeugausrüstung sind ansehenswerte Ergebnisse zu erzielen. Natürlich bestehen Unterschiede, ob man z.B. einerseits einen einfachen Umbau eines Güterwagens vor hat oder andererseits ein hochwertiges Kleinserienmodell, z.B. von Weinert, montieren und gleichzeitig noch supern will. Solche Extremprojekte (seitens der handwerklichen Anforderungen und auch preislich) will ich mal außen vor lassen, auch oder gerade deshalb, weil ich mich da selbst wohl nicht rantrauen würde...
 
Fahrzeugumbauten oder auch Eigenbauten in 1:120. Was sollte man vor der Inangriffnahme eines solchen Projektes wissen und beachten? Ein ganzes Stück kleiner als in H0 ist es schon, aber das ist nicht das Hauptproblem. Was die ganze Sache im Vergleich zu 1:87 schwieriger macht, ist das deutlich eingeschränktere Angebot an "Spendermaterial" - also Kleinserienteilen, Altgehäuse und handelsüblichen Zurüstteilen.
Wie weit soll man es beim Modellbau in 1:120 treiben?
Diese Frage wird immer wieder gestellt und nahezu jeder Modellbauer hat darauf eine andere Antwort – innerhalb der Toleranzgrenzen „das Modell muss als das gewisse Modell erkennbar sein“ im unteren Bereich der Messlatte bis hin zur „perfekten Nachbildung und Stimmigkeit aller Details“.
Kompromisslosigkeit ist in TT noch immer schwer zu machen, da es, trotz der „Angebotsverdichtung“ in den letzten Jahren“, noch immer zahlreiche „Fehlbestände an wichtigen Grundmodellen“ gibt. Bezogen auf das Thema „K-Zug“ sind das vor allem die Schnellzugbauarten 28 und 35.
H0-Modellbauern werden solche Probleme völlig unbekannt sein, aber in TT gibt es eben noch immer „bisschen Mangelwirtschaft“.
Ich habe das für mich selbst so definiert, dass Nietezählerei zwar gut und richtig ist, aber zuviel davon die Abarbeitung einiger Projekte glatt verhindert. Also auch mal ein Auge zudrücken, wenn man statt des geschweißten C4i-36 den genieteten C4i-30 verwenden muss. Ich will keineswegs dem „Zudrücken aller Augen, notfalls auch noch aller Hühneraugen“ Vorschub leisten, aber es stellt sich nun mal die Frage, ob man den C4i-30 als Grundlage verwendet oder das Projekt überhaupt nicht realisieren kann.
 
Der Apothekenwagen - noch nicht ganz zugerüstet und noch ohne Rahmendeckblech...
 
Bevor ich die Umbauten im Einzelnen anspreche, möge man mir noch einige allgemeine Hinweise zu Umbauten von Reisezugwagenmodellen gestatten.
Am Anfang des praktischen Teils fast jeden Umbaus steht das Zerlegen der Fahrzeuge.
Bei einigen Modellen, die in den letzten Jahren im Hause Tillig konstruiert wurden, gibt es eine "ganz böse Falle", die beim Zerlegen eines Reisezugwagens ganz schnell zuschnappen kann: Die Inneneinrichtung ist auf das Fahrgestell aufgerastet und arretiert damit die KKK. Entfernt man die Inneneinrichtung, springt sofort die Druckfeder aus der KKK heraus... Das Wiederfinden der Feder nimmt meist geraume Zeit in Anspruch (wenn man sie überhaupt wiederfindet) und der Zusammenbau der KKK ist nichts für schwache Nerven und wenig Geduld.
Bei den Eilzugwagen (C4i) und den Modernisierungswagen (Bg) besteht diese Gefahr nicht und auch nicht bei den neuen Reko-Wagen von MMS.
 
Für Klebeverbindungen bevorzuge ich 2-Komponenten-Klebstoffe, keinesfalls jedoch Sekundenkleber. Gute Erfahrungen habe ich auch mit den lösungsmittelfreien Kraftklebern, die es von verschiedenen Herstellern gibt. Vorsicht auch mit dem allseits bekannten Plastikklebstoff – insbesondere dann, wenn ältere Modelle aus der Zeuke-Ära beim Umbau verwendet werden. Einige dieser Modelle sind aus Polystyrol gefertigt und sehr empfindlich gegenüber lösungsmittelhaltigen Klebstoffen und nitrohaltigen Farben - hier besteht die akute Gefahr der völligen „Schrottung“.
Dies betrifft z.B. auch die Farbsprays von Revell - vor einigen Jahren hat mir der Revell-Haftgrund mal ein altes E499-Gehäuse in die ewigen Jagdgründe befördert.
 
Für Spachtelarbeiten empfehle ich 2-Komponenten-Spachtel, aber auch mit Mr. White Putty kann man recht gut arbeiten. Auch 2-Komponenten-Klebstoffe sind als Spachtelmasse geeignet - nur das Schleifen ist sehr, sehr mühsam.... Hände weg von Kfz-Spachtelmasse aus dem Baumarkt...
Geschliffen wird mit sehr feinem Nassschleifpapier, aber da erzähl ich nichts Neues.
 
An zahlreichen Fahrzeugen sind Fenster teilweise „zuzusetzen“, dafür gibt es 4 völlig verschiedene „Technologien“:
1. Von außen Verspachteln: Fenstereinsatz entfernen – Fensteröffnung von innen verschließen (z.B. mittels dünnem Messingblech) – Fensteröffnung mittels Spachtelmasse oder 2-Komponenten-Kleber mit mehreren dünnen Schichten schrittweise auffüllen – nach erfolgter Trocknung verschleifen. Erfahrungsgemäß fallen Spachtel und auch Kleber stark ein... Da hilft nur mehrere Durchläufe von "Spachteln - Schleifen - Spachteln - Schleifen... Um so dünner die aufgetragene Spachtelschicht ist, um so weniger fällt der Spachtel ein.
Diese „Technologie kann nur an solchen Wagen zum Tragen kommen, an den an den Seitenwänden „gnadenlos“ verschliffen werden kann – das wären also die Bghw / BDghws und die Bg (Mod-Wagen), da diese glatte Seitenwände aufweisen und die erhabenen „Fenstergummis“ an zu verschließenden Fenstern ohnehin beseitigt werden müssen.
Ich bin von dieser „Verschlussmethode“ eigentlich abgekommen, weil der Zeitaufwand durch die mehrfachen spachtel- und Zwischentrocknungsvorgänge enorm und auch das Schleifen sehr anspruchsvoll ist.
 
2. Verspachteln von innen: Fenstereinsatz entfernen – erhabenen Fensterrahmen abschaben – Fensteröffnung von außen mittels angepasstem Blech provisorisch verkleben und Fensterausschnitt von innen verspachteln bzw. mit 2-Komponenten-Kleber verfüllen. Nach dem Aushärten kann das Blech entfernt werden und der Kleber / die Spachtelmasse sollte eine mit der Wagenaußenwand abschließende ebene Fläche bilden, die nur sehr wenig mechanisch nachbearbeitet werden muss.
Das provisorische Aufkleben der Bleche muss mit lösungsmittelfreiem Kleben erfolgen! Als Füllstoff ist 2-Komponentenkleber allererste Wahl!
Für Wagen mit stark strukturierten Außenwänden (z.B. der genietete C4i-30-Eilzugwagen) ist das Verfahren ungeeignet.
 
3. Verbau der Fensteröffnungen durch Ausfüllen mit Plastmaterial. Bei diesem Verfahren wird zunächst von innen die Fensteröffnung durch Hinterkleben von Starker Folie (z.B. aus Bewerbungsmappen / ca. 0,5mm stark / leicht gerippt) verschlossen. Danach wird / werden von außen eine bzw. mehrere Schichten von Folie in den Fensterausschnitt eingepasst, deren Gesamtdicke mit der Wandstärke des Wagens identisch ist.
Wenn man hier sehr genau arbeitet, kann man u.U. völlig auf Spachteln und Schleifen verzichten. Sehr geringe Spalte lassen sich auch Kaschieren, indem man mit einen feinen Pinsel nicht zu dünne Acrylfarbe in den Spalt einbringt.
Es hat sich als günstig erwiesen, die innere Folie auf der Innenseite mit schwarzer Farbe zu versehen…
Diese Technologie kann auch an Fahrzeugen mit strukturierten Wänden (Nietimitationen) angewendet werden, beispielsweise eben an den C4i-30.
Bei den MMS-Bghw habe ich mich für eine Kombination aus den Varianten 1) und 3) entschieden - und hatte damit allerhand Schwierigkeiten. Die Spachtelmasse (Tamyja) war einfach nicht dazu zu bewegen, sich spaltfrei mit der Plastik des Wagenkastens zu verbinden - immer wieder Spalten... Ein Modellbauer, den ich zufällig bei einem dienstlichen Termin kennenlernte, riet mir, Sekundenkleber zu Hilfe zu nehmen: vor dem Spachteln eine "dünne Wurdt" Sekundenkleber-Gel rund um den Fensterausschnitt und erst dann mit Spachtel auffüllen. Der Tipp hat funktioniert...
 
4. Bei manchen Fahrzeugen, insbesondere im Bauzugbereich, wurden beim Vorbild nicht benötigte Fensterausschnitte so von innen mit Blech verschlossen, dass der Fensterausschnitt von außen sichtbar blieb. Wagenaußenwand und Verblechung des Fensters liegen dann nicht in einer Ebene. Wenn es sich um „ebene“ Fenstereinsätze handelt (das sind z.B. die Fenstereinsätze der Eilzugwagen), kann man diese auf einfache Weise in ausgebautem Zustand von innen und außen lackieren...
 
Jede der 4 Technologien hat ihre Vor- und auch Nachteile und jeder Modellbauer hat auch seine ganz persönlichen handwerklichen „Schokoladenseiten“ – so gesehen lässt es sich wohl nicht vermeiden, alle möglichen Varianten zu probieren, um sich dann für die geeignetste Vorgehensweise zu entscheiden.
 
Ja – eigentlich gibt es noch eine 5. Variante – quasi den „Mercedes“ unter den Varianten, der vor allem eines großen Werkzeugbestandes bedarf:
3-dimensionales Fräsen von genau passenden „Bauteilen“ zum Verschließen der Fensterausschnitte. Gerade bei Fenstern mit gerundeten Ecken (Bghw und Bg) dürfte genau diese Technologie sehr komfortabel sein, aber eben auch nicht ganz billig…
Erfahrungen, was es kosten würde, gefräste "Fensterverschlusseinsätze" in Auftrag zu gebeben und in einer dem rein persönlichen Bedarf entsprechenden Stückzahl fertigen zu lassen, kann ich nicht liefern. Bei Fenstern mit abgerundeten Ecken (Bghw und Bg) dürfte allein die Anfertigung der "Urzeichnung" nicht ganz unproblematisch sein...
Und weil es hier gerade gut hinpasst: Lüftungsgitter. Modist hat es vor einiger zeit mit den Halberstädtern vorgemacht - es ist keine schlechte Idee...2-dimensionale Lüftungsgitter kann man sich auf einfache Weise mittels Decalfolie selbst herstellen. Geätzte Gitter sehen auf glatten Wagenfläche häufig sehr aufgesetzt aus, da sind Decals die bessere Lösung.
Ich zeichne mir solche einfache Formen von Lüftungsgittern auf ganz einfache Weise mittels Rahmen-Funktionen in Excel vor. Das Gebilde füge ich in eine geeignetes Grafikprogramm für die Feinbearbeitung ein... Danach Ausdrucken auf farblose Decal-Folie, Oberflächenschutz / Versiegeln, fertig...
 
 Bei Umbauten, noch dazu wenn man auf Epoche2-Modelle oder Modelle ausländischen Bahnverwaltungen als „Spenderfahrzeuge“ zurückgreift, ist eine Neulackierung des/der Wagenkasten(s) häufig unumgänglich.
Der der Lackierung vorausgehender Arbeitsgang ist ein ganz bösartiger - nicht immer ist er notwendig, aber wenn er notwendig wird, gehört er für mich zu den Tätigkeiten, die beim Modellbau ausgesprochen wenig Spaß verbreiten. Die Rede ist vom Abkleben. Gut geeignet ist das Abdeckband von Tamiya, erhältlich weniger in Modellbahn- als in Modellbau-Läden, die Bausätze für Auto-, Schiffs- und Flugzeugmodelle führen. Ich verwende seit kurzem mit guten Ergebnissen ein folienartiges Pflaster aus der Medizintechnik, das sich ganz hervorragend anlegt und Farbunterwanderungen bei sorgfältiger Anwendung gut verhindert.
Lange Zeit hatte ich mich um die Anschaffung von Airbrush und Kompressor gedrückt - ich lackierte also mit Sprayflasche. Das schränkt die Farbtonwahl erheblich ein - denn Acrylfarbe sollten es schon sein.
Gute Erfahrungen hatte ich mit den speziell für Plastmodellbau empfohlenen Sprays von Tamiya, im Vertrieb u.a. bei Conrad - hatte – denn leider gibt es da nur noch die Lexan-Sprays, die für unsere Zwecke ungeeignet sind… Also „aus die Maus“ mit Tamiya…
Sprayfarben von Marabu („do it“) - erhältlich in den sog. Kreativläden - ist auch auf Acryl-Basis. Für die Verarbeitung im Sommer, also bei recht hoher Umgebungstemperatur und geringer Luftfeuchtigkeit durchaus brauchbar, aber bei niedrigeren Umgebungstemperaturen einfach nicht zu brauchen… Richtig positiv sind die Robbe-Farben – erhältlich im Fachhandel für Flug- und Schiffsmodellbau. Leider gibt es da kein „farblos-seidenmatt“…
Und leider muss man hier und heute noch ein anderes Problem ansprechen: Viel Moba-Firmen lagern ihre Produktion in Richtung China aus. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass an einigen in China produzierten Modellen der jüngeren Vergangenheit die Eigenschaften der Plaste, aus denen die Gehäuse gespritzt werden, etwas anders sind, als man das bisher gewohnt war. Diese Eigenschaften betreffen auch Rückwirkungen auf das „Verhalten“ verschiedener Lacke… Man sollte also immer erstmal „die Reaktionen“ des Lackes testen…
 
Als Tipp für die Freunde der kurzen Einkaufswege: Finger weg von den Farbspray aus'm Baumarkt - auch wenn da Angebote wie "20% auf Alles" locken. Die für den KFZ-Sektor und den Hausgebrauch bestimmten Farbsprays sind wegen der großen Pigmentteilchen für den Modellbau in 1:120 total ungeeignet. Das gilt nicht nur für den Lack, sondern auch für Haftgründ, Füller und wie das Zeugs alles genannt wird.
 
Seit einiger Zeit ist nun alles anders - es wird "gebrusht"...
Dem Rat eines guten Freundes folgend (und ein bisschen auch den Tipps in einschlägigen Foren im Internet) verwende ich Gunze-Acrylfarben. Verdünnt wird mit Spiritus (AHK-Spiritus - der stinkt nicht!).
Das soll aber nicht heißen, dass „die Flasche“ völlig weg vom Fenster ist. Vor allem für die abschließende, dünne Deck- und Schutzschicht mit farblosem Lack (matt bzw. seidenmatt, keinesfalls glänzend!) behält das Spray seine Daseinsberechtigung: Es geht sehr schnell und da „nur kurz darübergenebelt“ wird, besteht auch nicht die Gefahr einer zu dicken Schicht…
 
Auch noch was zu den Kupplungen – bei den Bghw aus dem Hause Tillig oder aus Altbeständen von BTTB müssen KKK drunter – alles andere ist unakzeptabel – ich empfehle peho.
Wer alte C4ü aus den ersten Serien (noch von BTTB) verbauen will: Die alten BTTB-KKK sind nicht gerade das, was man sich unter einer gut funktionierenden KKK mit minimalem Pufferabständ vorstellt und sind aus so spröder Plaste, dass ihre Weiterverwendung schlichtweg indiskutabel ist. Also auch hier:peho.
Bei Bg-Fahrzeugen (Modernisierungswagen) sollte man entweder darauf achten, dass man, wenn die Fahrzeuge auch auf der Anlage verkehren und nicht nur in der Vitrine stehen sollen, gleich auf überarbeitete Tillig-Modelle zurückgreift oder auch hier einen Ersatz der KKK durch solche von peho vorsieht, da die KKK der Jatt-Modelle und auch die zeitweise verwendete Symoba-KKK nicht die hohe Betriebssicherheit der Tillig-Modelle erreicht. Bezüglich der Problematik der Nach- oder Umrüstung auf KKK aus dem Hause Peter Horn verweise ich auf den Abschnitt „Kupplungen“, den ich um einige Informationen rund um die PeHo-KKK ergänzt habe.
 
Bettenwagen auf der Basis des C4i-30...
 
Damit ergibt sich folgende allgemeingültige Reihenfolge der Arbeitsschritte:
1. Wagen zerlegen, Fenstereinsätze und Inneneinrichtung ausbauen
2. Verschließen der Fenster
3. Spachteln und Verschleifen
4. Abkleben (insbesondere Langträgerbeschriftung, evtl. Dach)
5. Spritzen des Wagenkastens
6. Abklebung entfernen
7. Beschriftung / Decals anbringen
8. Wagenkasten farblos überlackieren (matt bzw. seidenmatt)
9. Fenster einbauen
10. „Hinterklebung“ der Fenster (Halbgardinen) anbringen
11. Wagen monieren
Parallel zu den Arbeiten am Wagenkasten Bearbeitung der Dachausrüstung mit anschließender Dachlackierung. Danach Anbringen des Roten Kreuzes auf dem Dach der Altbau-Stammfahrzeuge mit nachfolgender Schutzlackierung in farblos.
 
In Zusammenhang mit der Lackierung fällt immer wieder das Stichwort „Modellalterung“. Speziell zu den Modellen der Katastrophenzüge ist diesbezüglich noch folgendes zu bemerken:
Mit den K-Zug-Fahrzeugen war es zum großen Teil wie mit den Fahrzeugen bei der NVA: Es wurde nur wenig gefahren und viel gepflegt… Verwahrloste Fahrzeuge, wie sie beispielsweise in einigen thüringischen Bahnbetriebswerken vor allem bei Dieselloks der BR119 zu finden waren, gab es unter den K-zug-Wagen mit 100%-iger Sicherheit nicht. Das soll nicht bedeuten, dass alle Fahrzeuge auch noch kurz vor der HU wie frisch von der HU aussahen, aber den berühmten „Flickenlack“ hat es eher nicht gegeben…
 
Noch einige Worte zu den folgenden Umbaubeschreibungen für die K-Zug-Fahrzeuge: bei der Vielzahl der verschiedenen Fahrzeuge ist es kaum möglich, jeden einzelnen Schritt ausführlich zu beschreiben. Es sei deshalb geraten, beim Umbau auch die in meinem Eisenbahnthema „Katastrophenzüge der DR“ gezeigten Fotos zu Rate zu ziehen.
Das ist manchmal nicht ganz einfach, weil die wenigen Fotos, die überhaupt existieren (insbesondere von den Funktionswagen), eben nicht als Vorlage für den Modellbau gemacht wurden, sondern eben der Dokumentaton der Eisenbahngeschichte dienen sollten…
 
Abschließend noch folgende Worte - zum bekannten "Geiz-ist-geil"-Thema. Selbst- und Umbauten verlangen eine Menge Zeit - man sollte sich nach der Fertigstellung nicht darüber ärgern müssen, dass man um die Umbaukosten "zu drücken" auf nicht zeitgemäße Bauteile zurückgegriffen hat. Das trifft auf alte Wagen ohne KKK oder mit ausschwenkender Pufferbohle eben so zu, wie auf alte Fahrwerke von Triebfahrzeugen z.B. ohne Schwungmasse oder den von den BTTB-Modellen bekannten selbsthemmenden Antrieben mit der berüchtigten "Langschnecke", die direkt auf die Zahnräder der Radsätze wirkt. Wenn z.B. ein V100-Fahrgestell Verwendung finden soll, dann auch unbedingt das aktuelle Tillig- und keinesfalls das alte BTTB-Fahrgestell, das für seine gruseligen Fahreigenschaften bekannt ist, verwenden.
Weil wir hier aber ausschließlich beim Umbau von Reisezugwagen sind - noch einmal der Hinweis in aller Deutlichkeit: Hände weg vom BTTB-Bghw, der auch heute noch von Tillig produziert wird!
 
 
 
 
Laz1072 in TT
 


©2004 Burkhardt Köhler