INHALT "K-ZUG"

LAZ1072 IN 1:120

 

Lazarettzüge sind sehr lange Züge… Die beim Vorbild üblichen Bahnhofsgleislängen und die lt. Schlepplastentafeln der dafür eingesetzten Lokomotiven bilden die Grundlage für die Anzahl der Wagen und deren Reihung.  
   
Von den Großserienherstellern in 1:120 gibt es (Stand Jahresende 2018) aktuell folgende Modelle als Modell im Fachhandel oder sind in großer Zahl auf dem Gebrauchtwarenmarkt verfügbar, die „im Dunstkreis“ der Lazarettzüge für den Zeitraum 1914 bis 1994 von Bedeutung sein können:
 
   
Für die Epoche I (1914 – 1918)
Bisher gab es 2 Sets von Tillig als Lazarettwagen. Die Vorbildtreue ist eingeschränkt, die Sets sind allenfalls „Stückwerk“…
Ansonsten als Umbaubasis:
Di pr05 (BttB / gebraucht, Tillig / gebraucht) >>> Krankenwagen, Offizierskrankenwagen
Ci pr08 (BttB / gebraucht, Tillig / gebraucht) >>> Mannschaftswagen
BC3i pr11 (Tillig) >>> Chefarztwagen, Arztwagen, Zahlmeisterwagen
D3i pr11 (Tillig) >>> Behandlungs- und Apothekenwagen
Pw3 pr oder Sä >>> Küchenwagen
G10 (Tillig, Hädl) >>> Packwagen, Vorratswagen
G10-Kühlwagen (Tillig / Hädl) >>> Küchen-Vorratswagen
E-Wagen (Tillig / Hädl) >>> Brennstoffvorratswagen
Beachte:
Ende 2018 bringt Piko die Dampflok G7.1 zuerst als EP-III-Modell auf den Markt. Die Schlepplastentafel der G7.1 war im WK1 die Grundlage für die Fahrpläne der Militär- und damit wohl auch der Lazarettzüge. Erscheint diese als EP-I-Modell, ist sie die ideale Zugmaschine für einen Laz-Zug.
 
   
Zwischen den Weltkriegen hatten die Bahnverwaltungen in Deutschland (Länderbahnen, DRG, DRB) keine Lazarettfahrzeuge im aktiven Betriebsbestand.  
   
Für die Epoche II (1939 – 1945)
Modelle von Laz-Fahrzeugen des WK2 gab es bisher aus den bekannten Gründen nicht.
Als Umbaubasis stehen zur Verfügung:
C4i-30 (Tillig) >>> Krankenwagen, Offizierskrankenwagen, Behandlungswagen
Pw4i-31 (Tillig) >>> Küchenwagen
G10 / Oppeln (Tillig, Hädl) usw. >>> Gepäckwagen, Vorratswagen
E-Wagen (Tillig, Hädl) >>> Brennstoffvorratswagen
Di-21 + ähnliche P-Wagen mit offener Bühne (BTTB, Tillig, Schirmer) >>> Krankenwagen
Mci-43 (Tillig, Busch, Hädl) >>> Krankenwagen, Mannschaftswagen
Mc4i-44 (Heris) >>> Krankenwagen, Behandlungswagen
Auch Fahrzeuge, die bereits im 1.WK als Laz-Fahrzeuge im Einsatz waren, sind denkbar…
Im WK2 waren die Dampflokomotivbaureihen 50.0-31 und 52.0-77 im Militärverkehr das Maß der Dinge. Beide Baureihen gibt es bei Tillig.
 
   
Nach Kriegsende (1945 bis [in der DDR] 1952)
Nach Ende des 2.WK waren zahlreiche ehemalige Laz-Fahrzeuge der DRB für die Alliierten als Laz-Züge in Deutschland unterwegs. Aufgrund der großen Entfernungen hatte die SZD den wohl höchsten Bestand. Die Fahrzeuge waren nicht bei den deutschen Bahnverwaltungen eingestellt, sondern entweder bei den entsprechenden Militäreisenbahnverwaltungen (USA, UK, FR) oder im Falle der UdSSR bei der SZD eingestellt.
Die sowjetische Militäreisenbahnverwaltung übertrug allerdings schon frühzeitig „das doing“ im Eisenbahnverkehr zurück an die deutschen Verwaltungen in der sowjetisch besetzten Zone und damit der Gründung der Lok-Kolonnen und allem, was damit in Zusammenhang stand.
Es ist deshalb durchaus anzunehmen, dass es um 1950 herum auch DR-Lazarettzüge im Dienst für die Rote Armee gab. Der Fahrzeugpark dieser Züge rekrutierte sich dann aus dem noch vorhandenen und einsatzfähigen Laz-Wagen-Bestand der vorherigen DRB.
In der Zeit der Lokkolonnen waren die Dampflokomotivbaureihen 50.0-31 und 52.0-77 noch immer das Maß der Dinge. „Lieblingslok“ der sowjetischen Militäreisenbahner war zweifellos die BR42. Die 50 und 52 gibt es bei Tillig, die 42 als Kleinserienmodell bei MMC.
 
   
1952 – 1994 im Bestand der DR
Vor einigen Jahren hatte der Kleinserienhersteller TT-Club mal einen K-Zug auf der Basis der BTTB-Bghw-Modelle in unbrauchbarer Qualität zu einem der Qualität völlig unangemessenem Preis im Angebot.
Als Umbaubasis stehen zur Verfügung:
C4i-30 (Tillig) >>> Bettenwagen, OP-Wagen, ausgewählte Funktionswagen als Ersatz für den C4i-36
Pw4ü-37 (Tillig) >>> Maschinenwagen
Pw4i-31 (Tillig) >>> Küchenwagen als Ersatz für den Pw4ü-28
Bghw / Bghws (Tillig, Piko) >>> Maschinen-, Küchen-, OP- und Bettenwagen, FuW „V“
B4i-30 (Tillig) >>> FuW „K“, „mP“, B1 als Ersatz C4ü-28, mit vermehrten Kompromissen auch als Ersatz für C4ü-35 (N2)
C4ü-39 / WLC4ü-52 (Tillig) >>> Sonderkrankenwagen N1
Bg (Mod) (Tillig) >>> Sonderkrankenwagen N3
Für die Heizwagen (HW-41) gibt es Bausätze…
Für die Bettenwagen „Bmh“ und die Bghw-Mod-Begleiterwagen B1, B2, K, mP und den FuW „A“ gibt es derzeit keine Lösung…
Typische Tfz waren auch in der DDR noch die 50-er und 52-Baureihen einschließlich ihrer Rekovarianten 50.35 und 52.80. Ab den 80-er Jahren sind Eisätze der Diesellok-BR 118,120 und 132 (auch 130 nicht auszuschließen) bekannt. Nach Elektrifizierung des Berliner Raumes und der Strecke nach Frankfurt/O auch elektrische Tfz der BR 242, 243 und 112.
 
   
Kalter Krieg“ im Bestand der DB
Von Tillig gab es vor einigen Jahren ein 3-Wagen-Set mit Bn.724-Bettenwagen. Die Inneneinrichtung war nicht angepasst.
Als Umbaubasis stehen die m- und n-Modelle zur Verfügung.
Für den Behandlungswagen und den Küchenwagen (m-Wagen mit „Bullaugen“-Seitenwänden) gibt es derzeit keine Lösung…
Zum Krankentransportzug „Schiene“ der DB gehören weiterhin 2 Dieselokomotiven der BR218 – diese gibt es von Tillig.
 
   
Vor ein paar Jahren träumte ich von einem D1072 im Maßstab 1:120. Ich wollte ihn in der von mir bevorzugten Epoche-IV, so um das Jahr 1977 herum. Genau zu dem Zeitpunkt, als schon Neubaufahrzeuge auf Basis Bghw im Einsatz waren, aber eben auch noch „massig“ Altbauwagen…  
1977/78 waren die K11 – K14 bereits in Dienst – die Stammeinheit hätte also komplett Bghw sein können…
So hätte der D1072 als „Big-Variante“ aussehen können:
Sonderkrankenwagen-Nerven N2 >>> WLC4ü-50
Sonderkrankenwagen-Nerven N1 >>> WLC4ü-51
Sonder-FuW-Nerven N3 >>> Bg (Mod)
FuW „A“ (Apothekenwagen) >>> C4i-36
OP-Wagen >>> Bghw
Kranken-/Bettenwagen >>> Bghw
Kranken-/Bettenwagen >>> Bghw
Kranken-/Bettenwagen >>> C4i-36
FuW „militP“ >>> C4ü-28
FuW „K“ (Kommandantenwagen) >>> C4ü-28
FuW „V“ (Vorratswagen) >>> BDghws
Küchenwagen >>> BDghws
Maschinenwagen >>> BDghws
Begleiter B2 >>> C4i-36
Heizwagen 2 >>> HW41
Heizwagen 1 >>> HW41
 
   
Also eigentlich war es machbar, wenn da nicht…
Ja, wenn da nicht bei den neuen Tillig-Modellen des Bghw das Plastik der in Lohnfertigung in China gebauten Modellwagen sich absolut nicht spachteln lassen würde. Und weil einige Fenster zu verschließen sind geht es nicht ohne spachteln… Der Frust war erheblich…
 
   
Mit der Überarbeitung und Erweiterung des C4i-Baukastens im Jahr 2018 war dann eine neue Situation. Die Altbauwagen waren ganz weit links auf der Überholspur...
C4i-30 mit neuen Stirnseiten.
Pw4ü-37 ohne Dachkanzel als Formneuheit
Pw4i-31 als Formänderung zum Pw4i-32
B4i-30 als Formneuheit
 
   
2018 hatte ich versucht, Tillig für die Produktion der Bghw-Bettenwagen und Bghw-mod-Begleiterwagen zu überzeugen. Absolute Fehlanzeige. Bei der Geschäftsführung kein Interesse, oder wohl eher kein Verständnis. Mit der Früheren Geschäftsleitung unter H.-J. Tillig - z.B. mit Herrn Hoffmann - ging damals wesentlich mehr...  
   
Aus so einem "Hoffmann-Geschäft" ist meine absolute Lieblings-52 und für einige weitere Freunde des TT-Boards eben eine ganz besondere 52 entstanden - bei mir die 52 3363 aus dem BW Zittau mit dem K2'2'T26-Kriegskastentender. Aus damaliger Sicht war das eine sauteure Nummer, aber gemessen an dem Preis, der heute für eine serienmäßige 52 aufgerufen wird, ist das glatt ein Sonderangebot..
 
   
 
z.B. das hier: eine Kleinsserie als Bausatz für eine 52 mit dem sog. Kriegskastentender…
 
   
So ganz nebenbei – quasi beim Warten auf die für 2017/2018 angekündigten Neuerscheinungen im Modellbahn-Fachhandel habe ich ein 2. Projekt begonnen. Manchmal ist man halt ein ganz kleines bisschen verrückt…
Parallel zum Altbau-D1072 der ersten Hälfte der 1970-er Jahre ist ein normalspuriger Lazarettzug der SZD am Entstehen, Zeitpunkt so 1947 – 1949.
Dort scheitert der Fortgang momentan an einer Druckvorlage für das weiße Hoheitszeichen der SZD… Wenn ein Besucher meiner Website mir da weiterhelfen könnte, wäre das ganz großes Kino.
Aber was gab den Ausschlag für dieses Projekt?
Über den Händler SpieleMaxx liefert Heris den Mc4i-44 in EP-III.
 
   
 
Heris – Mc4i-44 als Bettenwagen
 
   
 
Heris – Mc4i-44 als OP-wagen
 
   
Nach Tillig (unmaßstäblich), Lorenz (Produktion eingestellt), Busch (Produktion von Lorenz übernommen, handelsüblich) liefert nun auch Güterwagenspezialist Hädl den Mci-43 in 1:120.
Aus dem Jahr 1967 stammt ein Foto des Hobby-Fotographen Karl-Friedrich Seitz, der damals zwischen Magdeburg und Potsdam aus einem fahrenden (Interzonen)-Zug heraus als „Beifang“ fotografiert hat…
 
   
 
Busch – Mci-43 als Bettenwagen
 
   
Tillig liefert den BC3i, auch CD3i und D3i aus. Daraus generieren sich die Ärztewagen früherer Laz-Züge im WK1  
   
 
Hier kann ich nur den EP-IV-Aztwagen des Hilfszuges des BW Zittau zeigen. Nur, um eine Vorstellung von der Form zu bekommen. Als Aztwagen eines Hilfszuges gehört der nicht in dieses Thema!
 
   
Tillig und Hädl haben den G10 als Neukonstruktion gebracht  
   
 
G10
 
 
Kühlwagen G10 (PSK) und BA "Berlin" (Tillig)
 
   
2-achsige preußische Durchgangswagen – ehemals von Berliner-TT-Bahnen – sind second hand preiswert zu beschaffen.  
   
 
Ci / Di der ehemaligen KPEV
 
   
2-achsige DRG-Durchgangspersonenwagen sind von mehreren TT-Herstellern lieferbar.  
   
 
D27 - BTTB
 
   
Daraus entstand diese aberwitzige Idee, die sicher auch noch etwas Weile haben will, aber in der Realisierung schon recht weit fortgeschritten ist.  
   
Den moderneren D1072 „nach 1977 herum“ habe ich vorerst auf Eis gelegt.  
   
Vor Jahren hat mal der Kleinserienhersteller TT-Club, dessen Eigentümer der ehemalige Produktionsliter von BTTB ist, angekündigt und vielleicht sogar in ganz kleiner Stückzahl zum Verkauf gebracht. Die Modelle waren lt. Den Fotos auf der TT-Club-Website einfach nur jämmerlich. Viel Geld für ganz wenig Qualität...  
   
Aber mit dem D1072 ausschließlich aus Altbau-Fahrzeugen, da geht was... Das will ich auf den anschließenden Seiten zeigen.
Ich will versuchen zu zeigen, wie man einen kompletten Laz D 1072 in TT sich selber auf's Gleis stellen kann. Kompromisse lassen sich natürlich nicht vermeiden lassen – zumal in 1:120. Und da sind da noch die unbefriedigende Qualität der Lohnfertigung und die Quasi-Monopolstellung des einzigen TT-Vollsortimenters aus Sebnitz...
 
   
Fahrzeugumbauten oder auch Eigenbauten in 1:120. Was sollte man vor der Inangriffnahme eines solchen Projektes wissen und beachten? Ein ganzes Stück kleiner als in H0 ist es schon, das ist erst einmal ein visuelles Problem (Leistungsfähigkeit der Augen) und ein motorisches Problem…
Was die ganze Sache im Vergleich zu 1:87 schwieriger macht, ist das deutlich eingeschränktere Angebot an "Spendermaterial" - also Kleinserienteilen, Altgehäuse und handelsüblichen Zurüstteilen.
Kompromisslosigkeit ist in TT noch immer schwer zu machen, da es, trotz der „Angebotsverdichtung“ in den letzten Jahren“, noch immer zahlreiche „Fehlbestände an wichtigen Grundmodellen“ gibt.
Ich habe das für mich selbst so definiert, dass Nietenzählerei zwar gut und richtig ist, aber zuviel davon die Abarbeitung einiger Projekte glatt verhindert. Also auch mal ein Auge zudrücken, wenn man statt des geschweißten C4i-36 den genieteten C4i-30 verwenden muss. Ich will keineswegs dem „Zudrücken aller Augen, notfalls auch noch aller Hühneraugen“ Vorschub leisten, aber es stellt sich nun mal die GRUNDSÄTZLICHE Frage, ob man den C4i-30 als Grundlage verwendet oder das Projekt überhaupt nicht realisieren kann.
 
   
Am Anfang „des praktischen Teils“ fast jeden Umbaus steht das Zerlegen der Fahrzeuge.
Bei einigen Modellen, die in den letzten Jahren im Hause Tillig konstruiert wurden, gibt es eine "ganz böse Falle", die beim Zerlegen eines Reisezugwagens ganz schnell zuschnappen kann: Die Inneneinrichtung ist auf das Fahrgestell aufgerastet und arretiert damit die KKK. Entfernt man die Inneneinrichtung, springt sofort die Druckfeder aus der KKK heraus... Das Wiederfinden der Feder nimmt meist geraume Zeit in Anspruch (wenn man sie überhaupt wiederfindet) und der Zusammenbau der KKK ist nichts für schwache Nerven und wenig Geduld. Bei den Eilzugwagen (C4i) und den Modernisierungswagen (Bg) besteht diese Gefahr nicht und auch nicht bei den neuen Reko-Wagen von Tillig.
Dies betrifft z.B. auch die Farbsprays von Revell - vor einigen Jahren hat mir der Revell-Haftgrund mal ein altes E499-Gehäuse in die ewigen Jagdgründe befördert.
 
Für die Umbauten braucht man immer wieder mal Kleinteile, wie Lüfter, Kamine, Gitter. Die Kleinserienhersteller G. Kuswa, Beckert, MMS und PSK seinen hier als Bezugsquellen genannt.
Decals für die Waggonbeschriftung habe ich bisher immer bei www.druckeronkel.de in Auftrag gegeben. Die Firma kann z.B. Wagenbeschriftungen, deren Vorlagen man in Schwarz als pdf-Datei einreicht, in Weiß ausdrucken…
 
Und leider muss man hier und heute noch ein anderes Problem ansprechen: Viel Moba-Firmen lagern ihre Produktion in Richtung China aus. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass an einigen in China produzierten Modellen der jüngeren Vergangenheit die Eigenschaften der Plaste, aus denen die Gehäuse gespritzt werden, etwas anders sind, als man das bisher gewohnt war. Diese Eigenschaften betreffen auch Rückwirkungen auf das „Verhalten“ verschiedener Lacke… Man sollte also immer erstmal „die Reaktionen“ des Lackes testen…
Als Tipp für die Freunde der kurzen Einkaufswege: Finger weg von den Farbspray aus'm Baumarkt - auch wenn da Angebote wie "20% auf Alles" locken. Die für den KFZ-Sektor und den Hausgebrauch bestimmten Farbsprays sind wegen der großen Pigmentteilchen für den Modellbau in 1:120 total ungeeignet. Das gilt nicht nur für den Lack, sondern auch für Haftgründ, Füller und wie das Zeugs alles genannt wird.
 
   
Wir bauen um...  
   
K-Zug-Stammwagen  
Der D1072 macht zusammen 16 Wagen. Ein solches Projekt hat seinen Preis und mit preiswerten Modellen von der Börse o.ä. ist kaum zu rechnen. Und Kleinteile und einige Ersatzteile brauchen wir auch noch...
Das sind insbesondere die Flettner- und Kuckuck-Lüfter - die bekommen wir bei KUSWA.
Beschriftungen bieten einige Firmen an - ich will hier keine Werbung für einen ganz bestimmten Anbieter machen...
Alle K-Zug-Wagen erhalten das Rote Kreuz auf das Dach, aber wirklich nur die K-Zug-Fahrzeuge. Die Sonderwagen für den D1072 waren immer OHNE das rote Kreuz unterwegs.
Befassen wir uns zuerst mit dem Umbau der Eilzugwagen - also dem C4i-30.
Für unsere Umbauzwecke ist er auch konstruktiv gut geeignet, da die Inneneinrichtung, nicht wie bei späteren Sebnitzer Konstruktionen üblich, die Inneneinrichtung die Kulisse der Kurzkupplung hält...
Für die Umbauten verwendet man am besten den Bye655 der DB (Tillig-Eilzugwagen der DB, 2. Klasse, EP-IV) – in dieser Ausführung hat er bereits anstelle der Faltenbalgübergänge Gummiwülste.
Wer einen DB-Wagen verwendet hat, muss zusätzlich das Dach in grau lackieren.
 
   
Die 20 C4i-Bettenwagen, nichtmodernisiert (K1 – K10) waren bis 1990 unterwegs. Ab Mitte / Ende der 70-er Jahre allerdings auch äußerlich modernisiert.
Die Nachbildung eines solchen modernisierten Wagens erfordert allerdings hohen modellbauerischen Aufwand in Form von neuen, geätzten Seitenwänden mit völlig anderen Fenstern...
 
   
 
Der letzte erhalten gebliebene (modernisierte) C4i-Bettenwagen: 99-44 166-8 aus dem ehemaligen K3 (Frankfurt(Oder), erhalten bei den OSEF in Löbau.
 
   
Nur der 99-44 663-4 aus dem Leipziger K-9 war ein C4i-30, alle anderen Bettenwagen waren 36-er.
Zu den durchzuführenden Arbeiten muss ich mich nicht mehr wiederholen - die "Technologie" unterscheidet sich nicht zu den bereits vorgestellten "B1" und "A". Die zu verschließenden Fenster und die Anordnung der Dachlüfter zeigt die Wagenskizze...
 
   
 
Einer der beiden Altbau-Bettenwagen.
 
   
Alle 10 Altbau-OP-Wagen (K1 – K10)waren C4i-36.
Hier an dieser Stelle einige Worte zu dem Roten Kreuz auf dem Dach. Das Kreuz hatten nur die Altbaufahrzeuge der Stammeinheiten, nicht die Sonder- und Funktionswagen (auch nicht die Sonderkrankenwagen N1 – N3).
Die Neubaufahrzeuge hatten Rot-Kreuz-Planen, die nur bei Bedarf angebracht worden wären...
Ich habe für die aufgemalten Kreuze der Altbauwagen Decals aus dem Automodellbau verwendet.
 
   
 
OP-Wagen, nichtmodernisiert
 
 
Genau 2 Einheiten, der K2 aus Seddin und der K3 aus Frankfurt hatten Maschinenwagen auf der Basis des Schnellzugpackwagens Pw4ü-37.
Es ist ein Glücksfall, dass Tillig 2018 das TT-Modell des Pw4ü-37 als DB-Modell schon ohne Dachkanzel auf den Markt brachte.
Viel ist das nicht umzubauen, eigentlich fehlen am Großserienmodell nur
der Abgaskamin des Heizkessels
2 Flettner-Lüfter im Bereich des Maschinenraumes,
die Abgasschalldämpfer der 2 Motor-Generator-Einheiten
die Ansauggitter für die Luftansaugung der Motoren und
die Nachbildung der 2 Diesel-Tanks unterhalb des Rahmens
Die von mir verwendeten Abgaskamine stammen von PSK (irgendwann mal in größerer Zahl auf einer Messe erworben).
Die Flettner-Lüfter gibt es im Kuswa-Sortiment.
Als Ansauggitter habe ich beim Maschinenwagen 2 Schutzgitter aus dem Dampflokzubehör (auch bei Kuswa) verwendet.
Als Abgasschalldämpfer verwende ich eigentliche Gasbehälter (ebenfalls von PSK) die mit entsprechenden Abgasleitungen versehen werden.
„Ausgangsprodukt“ für die Diesel-Tanks war eine Holzkiste aus irgendwelchem Beladegut, die entsprechend beschliffen und angepasst wurde.
 
   
 
 
Pw4ü-37 - (Maschinenwagen)
 
   
Basis Pw4i-31 – (Küchenwagen anstelle des Pw4ü-28)
Der Pw4ü-28 unterscheidet sich rein optisch nur wenig vom Pw4i-31 . das kommt uns für den Umbau entgegen.
Die Dachkanzel muss „ab“ und die verbleibende Öffung im Dach muss verschlossen werden. Das geht nicht sonderlich gut, aber es geht.
Für Heizkessel und Niederdrukdampfkessel sind Kamine und den eigentlichen Küchenbereich 4 Flettner-Lüfter anzubringen.
Anstatt des Toilettenfensters ist ein Lüftungsgitter für das Kühlaggregat einzubauen.
 
   
 
 
Küchenwagen Pw4ü-28
 
   
Begleiterwagen B2 (Bww Seddin) Basis C4i-30
Das Wenige, das am Wagenkasten und Dach zu machen ist, geht eigentlich aus der Skizze hervor: Verschließen der beiden Fenster, Anbringen des Heizkamins und der beiden Flettner-Lüfter...
Zur Beachtung: Die nachgebildeten Laufbohlen und Wasserkastendeckel auf dem Dach gehören auf die Toilettenseite des Wagenkastens. Der Heizkamin wird oberhalb des Wasserkastendeckels angebracht...
Inneneinrichtung des B2-C4i: Man kann an der Inneneinrichtung auf der Seite mit den schmalen Sitzen dieselben entfernt, eine Wand für den Seitengang ein ziehen und Abteilwände eingebauen... Man kann aber auch auf einen einfachen Trick zuerück greifen: Abteilfenster mit den für SZD-Wagen typischen Halbgardinen ausrüsten (einfach die untere Fensterhälfte von innen mit weißem Zeichenkarton abdecken), kann man auf den Umbau der Inneneinrichtung u.U. verzichten (weil man fast nix mehr sieht...).
 
   
 
Der Seddiner Begleiterwagen "B2"... (noch nicht komplett zugerüstet)...
 
   
Alternativ zum B2 gab es den beim Bww Leipzig beheimateten B1
Der war ein C4ü-28. Wer diesen will, sollte unter dem „mP“ (ein Stück weiter unten) nachlesen…
Auch der Funktionswagen "A" ("Apothekenwagen") war ein geschweißter C4i-36. Mit einigen Kompromissen kann man aus einem C4i-30 einen C4i-36 nachempfinden.
Die Dachausrüstung des "A" weicht von der des "B1" ab - die Skizze liefert die entsprechenden Angaben.... der 2. Heizkamin ist der Abluftkamin der Dampf-Serilisationsanlage...
 
   
Der Funktionswagen "V" ("Vorratswagen ") war ebenfalls ein geschweißter C4i-36 ohne eigene Heizungsanlage. 2 Abteile werden zum Arbeitsplatz des Zugführers – der „Rest“ ist der Lagerraum. Am Original waren die Fenster mit weißer Farbe undurchsichtig gemacht.
Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man dafür sorgen, dass alle Fenster des Lagerraums geschlossen sind. Da es Fenstereinsätze bei Tillig nicht als Ersatzteil gibt, bleibt nur der Weg von einem „geschrottetes Modell“ geschlossene Fenstereinsätze zu gewinnen. Die Lagerraumfenster werden anschließend mit einem weißen (nicht blütenweißen!) Streifen hinterlegt.
 
   
 
Funktionswagen "V" (Vorratswagen)
 
   
Dann wäre da noch der eine Modernisierungswagen – der Sonderkrankenwagen N3.
Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Spender ein Tillig-Modell ist (wegen der unbrauchbaren KKK am Original-JATT-Modell). Für den Umbau benötigen wir einen Mod-Wagen 2. Klasse, EP-IV (Bg) in der Farbvariante "grün, graues Dach".
Der "Umbau" selbst ist recht einfach, es sind eigentlich nur die Beschriftungen zu ändern und jeweils zur Hälfte die Vergitterung der Nervenabteile und für den Personalbereich die für die SZD-Reisezugwagen so typischen Halbgardinen anzubringen.
An der Inneneinrichtung sollte man die Abteiltüren verschließen und die Inneneinrichtung selbst etwas dunkler einfärben (ich habe "Hautfarbe verwendet). Ansonsten sind an der Inneneinrichtung keine weiteren Arbeiten erforderlich.
 
   
 
N3 Bww Seddin
 
   
Die DRG-Schürzenwagen gehören ohne Zweifel zu den wohl attraktivsten Konstruktionen von Reisezugwagen in Deutschland. Im November 2009 hat Tillig den C4ü-39 als DR-Modell in der Epoche-III ausgeliefert. Es kann losgehen mit dem Umbau... Der Nervenwagen "N1" war von Anfang (1952) bis Ende (1994) der einzige sog. "Schürzenwagen" im K-Zug-Wagenpark.  
   
 
 
Sonderkrankenwagen N1 (Nervenwagen 1) Bww Seddin
 
   
Für den N1 müssen wir einen Kompromiss eingehen. Auffallen wird der Kompromiss nur denjenigen, die sich mit dem K-Zug-Park RICHTIG gut auskennen. Hintergrund des Kompromisses ist, dass der N1 einen Wagenkasten der Bauart WLC4ü-51 hat. Der WLC4ü-51 hat gegenüber dem als Tillig-Modell ab Ende 2009 verfügbaren WLAB4ü-51 eine andere Fensterteilung, d.h. ein Abteil weniger... Ansonsten sind die Wagenkästen identisch... Für mich ist die Verwendung des Großserien-Wagenkastens ein mit gutem Gewissen vertretbarer Kompromiss.
Da die Nervenwagen, wie die meisten Funktionswagen der ersten Wagengeneration auch, beide keine autarke Heizanlage hatten, brauchen auch keine Fenster nachträglich verschlossen werden. Am Wagenkasten selbst bleibt neben der Neulackierung somit nur das Anbringen der entsprechenden Beschriftung und der Wechsel des Daches bei Verwendung des C4ü als Spender.
 
   
 
Seitengang des originalen N1 - Die eigentliche Arbeit liegt hier im "Inneren": die Fenster müssen vergittert und die durchsichtigen Abteiltüren "undurchsichtig" gemacht werden...
 
   
Für die "Vergitterei" gibt es 2 völlig unterschiedliche Verfahren:
1. Ätzteile - die Gitter müssen für die verschiedenen Fenster (Tür, schmale und breite Fenster) gezeichnet werden. Aus der Kenntnis um die übliche Konstruktionsweise im Hause Tillig heraus wird es güstig sein, für jedes einzelne Fenster auch ein einzelnes Ätzteil vorzusehen.
2. bedruckte Folie - Mittels Grafikprogramm (in habe das mittels MS Paint gemacht) wird eine entsprechende Gittervorlage erstellt, auf die passende Größe gebracht, für die benötigten Fenster kopiert, positioniert und als "Band" mittels Tintenstrahldrucker auf einer Projektionsfolie ausgedruckt. Das ist ohne Frage etwas Fummelei und auch Probiererei, aber das Ergebnis ist o.k.
Die Farbe der "Inneneinrichtung" stimmt mit der tatsächlichen Farbe des Vorbildes recht gut überein... Wichtig ist am "N1" wegen der großen Fenster des Wagens die Nachbildung der oberen Liegen - die waren schwarz. Die Möglichkeiten der Anfertigung der Liegen sind vielfältig und muss hier wohl nicht näher beschrieben werden...
 
Zu den handwerklichen Dingen:
Geöffnet wird der C4ü-38 zunächst durch Abhebeln des Daches...
Die "Trennkante" zwischen Fahrgestell und Wagenkasten ist die schwarz-grüne Farbtrennkante. Mit z.B. einem Zahnstocher an den Einstiegen beginnen, den Wagenkasten vorsichtig abzuhebeln... Die Fenstereinsätze sind an einigen Stellen mit einem ziemlich elastischen Kleber geklebt - hier hilft beim Ausbau vorsichtiges Hebeln mit z.B. einem Skalpell. Zuvor die Faltenbälge abziehen - sie halten die Stirnwandfenster.
In den Abteilen sollte man, aufgrund des guten "Einblickes" infolge der großen Fenster, die obere Liege "nachrüsten und die "Scheiben" in der Abteiltrennwand zum Seitengang hin unbedingt verschließen... Die Liegen waren schwarz bezogen...
 
   
 
Fenstergitter für den "N1"...
 
   
Sonderkrankenwagen N2
Die Wagen der Bauart WLC4ü-50 entstanden unter Nutzung von Altteilen nach den Plänen des geschweißten C4ü-35, also dem Nachfolger des genieteten C4ü-28.
Wer nun den N2 in 1:120 will, kann nur den B4i-30 als Basis nehmen und muss hier WIRKLICH Kompromisse eingehen: Da ist zum einen schon mal die nichtstimmige Abteilanzahl. Dazu kommt der genietete Wagenkasten und der offene Rahmen. Am Dach müssen die Wendler-Lüfter „runter“ und durch Kuckuckslüfter ersetzt werden.
Ansonsten: Vergittern der Fenster wie beim N1 beschrieben…
Ja, vielleicht kommt ja auch der 35-er als Modell.
Roco hatte ihn in der Nenngröße H0 und hätte ihn „Schrumpfen“ können. Nach dem sich Roco 2018 von TT getrennt hat, ist diese Hoffnung dahin.
 
   
 
 
Sonderkrankenwagen N2
 
   
Funktionswagen „mP“, nicht modernisiert - Basis B4i-30 (Eilzugwagen)
Der Funktionswagen basiert auf dem C4ü-28. Der B4i-28 war dem C4ü-28 nicht unähnlich, beide hatten die gleichen Hauptabmessungen, beide waren genietet… Der C4ü-28 hatte Drehgestelle der Bauart Görlitz-II, der B4i-30 solche der Bauart Görlitz-III-leicht.
Ich bin mir nicht sicher, dass ich die auf Anhieb unterscheiden könnte.
Wesentlicher Unterschied ist, dass der B4i – resultierend aus den gegenüber der 3.Klasse breitere Abteile und deshalb bei gleicher Wagenlänge ein Abteil weniger hat…
 
   
 
Funktionswagen „mP“
 
   
Der HW-41 ist in 1:1 seinerzeit auf der „Plattform“ des Postwagens Post4-16 entstanden…
Leider hat sich die Fa. Tillig bisher nur zur Produktion des Post4-16 entschlossen.
Die Fa. Stromlinie.eu (D. Voigtländer) hat / hatte einen Umbausatz zum Bau eines HW-41 im Angebot. Neben dem Bausatz wird ein Tillig-Pw4i-32 als Spender benötigt.
Auch Sören Horn bietet einen ähnlichen Umbausatz im Maßstab 1:120 an.
Der Bausatz besteht aus 2 Ätzplatinen, einigen Kleinteilen und Beschriftungssätzen für die Epochen III und IV.
Als "Spender" wird für den Umbau ein Modell eines Eilzugwagens C4ü-30 oder BC4ü-30 benötigt.
Für meine K-Zug-Flotte habe ich mittels eines solchen Bausatzes einen Heizkesselwagen gebaut.
 
Der Beschreibung nach ist der Bausatz von Stromlinie.eu der wesentlich komfortablere, da dort am Spenderwagen die Kopfstücke nicht umgebaut werden müssen und vor allem dem Bausatz ein komplettes Dach eines HW beiliegt.  
   
 
Diesen HW aus einem S.-Horn-Bausatz habe ich im September 2006 habe ich auf der Anlage der TT-Freunde aus Bayern fotografiert...
 
   
Ich haben einen solchen Wagen mit dem S.-Horn-Bausatz gebaut…
Wird ein C4ü oder BC4ü als Spender benutzt, sind zunächst die Einstige umzubauen. Am Gehäuse verbleiben die inneren !!! Türen.
 
   
 
Skizze zur Bearbeitung des Wagenkastens.
Die gelb gezeichneten Flächen sind herauszusägen bzw. herauszufräsen. Die margenta dargestellten Flächen sind die anzuklebenden Evergreen-Profile für die Frontschürzen.
 
   
Kürzen des Wagenkastens. Zu beachten ist, dass die Klebestelle, an der der Wagenkasten wieder zusammengefügt wird, sich keinesfalls im Bereich eines späteren Fensters wiederfindet.
Aufkleben der Seitenwände auf die Wagenkastenteile.
Nächster Arbeitsschritt ist "Dach kürzen“.
 
   
 
Probeweise zusammengesetzt sollte er jetzt etwas so aussehen...  
   
 
Richtig Arbeit ist noch "auf dem Wagendach", allein für die Laufbohlen sind es 102 ! Bohrungen.... Das geht am besten mittels einer Bohrschablone.
 
   
Im Roman "Werner Holt" wird mit "Prediger 12" die Bibel zitiert: "Dies sind die Tage, von denen wir sagen, sie gefallen uns nicht" - und das trifft voll auf diese Arbeiten zu.
Bleiben als Schritte noch die Lackiererei und Beschriftung.
Nach der Fertigstellung des HKW-41 muss ich einfach resümierend sagen, dass ich mir die Sache kein 2. Mal antuen würde. Abgesehen vom finanziellen Aufwand für Bausatz und Spenderwagen (dafür bekommt man ohne Not in TT ein zeitgemäßes Tfz !) ist der Bausatz keine wirkliche Freude. Insbesondere die Teile für die Dachausrüstung sind nicht unbedingt günstig für den Modellbauer konstruiert.
 
   
Bespannung der K-Zug-Stammeinheiten  
   
Auf der Seite zu den K-Zug-Einsätzen bzw. der DV971 wurde bereits ausgeführt, dass entgegen andererorts zu lesender Aussagen die Stammeinheiten der K-Züge NICHT permanent bespannt vorgehalten wurden. Damit gibt es auch keine „Planbespannung“ der K-Züge. Im Einsatz- oder Probealarmfall wurde also mit einem gerade verfügbaren Tfz bespannt.
Welche Tfz waren geeignet?
Prinzipiell waren das alle die Tfz, die in der Lage waren, die Einheit auf freier Strecke zu befördern – Rangierloks wegen ihrer geringen Höchstgeschwindigkeit mal ausgenommen.
Bei der Bespannung mit Tfz ohne Dampfheizeinrichtung (alle elektrischen Tfz und die Streckendiesellokbaureihen 111, 119, 120, 130, 131, 132 und 142) bestand aber das Problem, dass jeder Wagen für sich mittels des Heizkessels beheizt werden musste, da die Stammfahrzeuge (mit Ausnahme der Bmh-Bettenwagen) nicht über eine elektrische Heizeinrichtung verfügten. Da nicht gesichert werden konnte, dass am Einsatzort tatsächlich alle zu befahrenden Gleise mit Fahrleitung versehen waren, wurde von einer Bespannung mit E-Lok möglichst abgesehen.
Bei den Diesel-Tfz mit Dampfheizeinrichtung (BR110, 112, 114 und alle Varianten der BR118) schränkte der begrenzte Wasservorrat für die Heizkesselanlage die Eignung dieser Maschinen zumindest bei längeren Einsätzen während der Heizperiode ein.
Wirklich prädestiniert für die K-Zug-Bespannung waren also Dampflokomotiven, wegen der größeren Vorräte vorzugsweise Schlepptenderlokomotiven – und hier aufgrund der freizügigen Verwendbarkeit insbesondere die Maschinen mit 15t Achsfahrmasse, also die verbreiteten Baureihen 50.0-31, 50.35, 52 und 52.80.
Für Überführungsfahrten zum bzw. vom RAW Potsdam bestand die Problematik der Zugheizung eher nicht, so dass hier auch Tfz ohne Dampfheizeinrichtung eingesetzt wurden.
 
   
Im Einsatz wurden Stammeinheiten meist in unmittelbarer Nähe von Stellwerken aufgestellt, um sie über den Fernmeldeanlagen des Stellwerkes an das BASA-Netz der DR anschließen zu können.
Wer eine planmäßige Abstellung im Heimat-Bww nachstellen will, sollte beachten, dass der Abstellort mit Straßenfahrzeugen erreichbar sein sollte und sich Hydranten zur Befüllung der Wassertanks in Gleisnähe befinden sollten…
 
   
Bespannung des Laz1072  
   
Zum Zuggewicht:
B1 - C4i-30 37t
MaschW - Pw4ü-37 42t
KüchenW - Pw4ü-28 50t
Vorratswagen 29t
K - C4ü-28 44t
mP - C4ü-28 44t
BettenW - C4i-36 34,5t
BettenW - C4i-36 34,5t
BettenW - C4i-36 34,5t
OP-W - Bghw 34t
A - C4i-36 34,5t
N3 - Bg 39t
N1 - WLC4ü-51 40t
N2 - WLC4ü-50 39t
HW41 - HW41 60t
HW41 - HW41 60t
>>> Zuggewicht 656t
 
   
In den Anfangsjahren der Einsätze des 1072 lag dessen Bespannung in den Händen der Lokkolonnen, hier also vornehmlich bei den Baureihen 42, 50 bzw. 52. Ob die Kolonnenloks in diesem Falle bis Brest am zug blieben, oder ob in Frankfurt(Oder) auf eine PKP-Lok umgespannt wurde, ist nicht belegt, der Durchlauf der Kolonnenloks bis Brest aber wahrscheinlich.
In den späteren Jahren stellte vornehmlich das BW Frankfurt(Oder) die Tfz. Zu Zeiten des Dampfbetriebes war das vornehmlich die BR03.0-2 (vermutlich mit Vorspann). Zu Zeiten der Dieseltraktion vor allem die Baureihen 118 und 132. Als die Strecke in den 80-er Jahren elektrifiziert war, kamen auch elektrische Tfz vor dem 1072 zum Einsatz.
 
   
Wagenreihung  
   
Für den Laz1072 gab es eine verbindliche Wagenreihung:
1. HW-41
2. HW-41
3. B2
4. Maschinenwagen
5. Küchenwagen
6. FuW „V“
7. Begleiter „K“
8. Begleiter „mP“
8. Bettenwagen
9. Bettenwagen
10. Bettenwagen
11. OP-Wagen
12. Funktionswagen „A“ (kann auch entfallen)
13. Nerven-/Personal N3
14. Nerven N1
15. Nerven N2
In den 80-er und 90-er Jahren wurde auch im Sommer mit 2 HKW-41 gefahren, die sich beide an der Zugspitze befanden.
 
   
Und das sähe dann so aus:
bei 15 Wagen mit rund 640 Tonnen Wagengewicht benötigt eine 118 mit 2x 1000PS zumindest von Frankfurt hoch nach Rosengarten Vorspann...
 
   
 
> 01 <: Heizwagen Bauart 1941  
 
> 02 <: der Begleiterwagen "B2"  
 
> 03<: Maschinenwagen Pw4ü-37  
 
> 04<: Altbau-Küchenwagen Pw4i-31  
 
> 05<: Vorratswagen C4i  
 
> 06<: Funktionswagen "K" - ich mich seinerzeit zu einer "Ersatzlösung" in Form des C4ü-39 entschieden – heute würde ich einen B4i-30 nehmen  
 
> 07<: Funktionswagen "mP" Basis B4i-30  
 
> 08<: Bettenwagen C4i  
 
> 09<: Bettenwagen C4i  
 
> 10<: Bettenwagen C4i  
 
> 11<: OP-Wagen C4i  
 
> 12<: Funktionswagen "A" (Apothekenwagen) C4i  
 
> 13<: der "Sonderkrankenwagen/Personal "N3"  
 
> 14 <: der "Sonderkrankenwagen "N1"  
 
> 15 <: der "Sonderkrankenwagen "N2"  
 

©2018 Burkhardt Köhler